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Frankfurter Allgemeine Zeitung
Donnerstag, 07. Februar 2008 |
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Alltag in der Redaktion: Der Spam-Filter sammelt die unerwünschten Nachrichten
Foto F.A.Z. |
Schutz gegen Schmutz
Spam-Mails kosten Geld und Nerven. Wenn das elektronische Postfach überquillt, wird es Zeit für einen Assistenten.
Immer mehr Attacken aus dem Internet - das bedeutet auch immer mehr Programme, die Computer von Privatleuten und Rechner in Unternehmen schützen. "Die Kundenzahlen steigen monatlich um etwa 16 Prozent", sagt Andreas Hoffmann, Geschäftsführer der Etha Urspringen GbR, die mehr als 700 Kunden in Deutschland hat, fast alle sind Gewerbetreibende oder Behörden. Für das Jahr 2008 erwartet die Etha einen Umsatz von 2,5 Millionen Euro mit ihrer Sperre gegen Müll im elektronischen Briefkasten (Spam). Die Sperre der Etha speichert die Spams nicht in einem separaten Ordner, sondern schickt sie als Annahmeverweigerung gleich wieder an den Absender. So löst sie auch rechtliche Probleme. Denn die abgeblockten Spam-Mails gelten nun als nicht gesendet, wenn in einer scheinbaren Spam-Mail wichtige Daten verlorengehen, sagt Hoffmann. Weil die Absender der abgeblockten E-Mails eine Mitteilung bekommen, dass ihre Post nicht angekommen ist, wissen sie von fälschlich aussortierten Nachrichten. Nur eine von 100000 Spam-Mails schlüpfe durch die Sperre, erklärt Hoffmann. Der Preis für die Spam-Sperre liegt zwischen 5 und 49 Euro monatlich, je nachdem, wie viele E-Mail-Postfächer man kontrollieren lassen möchte. Die Sperre ist seit Juni 2007 frei erhältlich. Vorher wurde sie nur bei bayerischen Behörden und öffentlichen Einrichtungen verwendet.
Nach einer Statistik der Etha gingen im Jahr 2007 je E-Mail-Adresse durchschnittlich rund 13000 Nachrichten ein, darunter waren nur 800 echte Mails. Eine Statistik aus dem Intelligence Report für das Jahr 2007 von MessageLabs, einem der Marktführer auf dem Gebiet der Internetsicherheit, rechnet mit einer durchschnittlichen Quote von knapp 85 Prozent Spam-Mails.
Auch bei den großen Softwareunternehmen ist die Lage nicht schlecht. Guillermo Luz-Y-Graf, Sprecher der McAfee GmbH, berichtet von 50 Millionen Privatanwendern und 50 Millionen PC in Unternehmen, die mit deren Spamschutzprogrammen ausgerüstet sind. McAfee hat eine breite Zielgruppe: Sie stellt sowohl Schutzprogramme für Privatrechner her als auch Anti-Spam- und Anti-Viren-Lösungen für große Unternehmen und hat zudem Partnerschaften mit Unternehmen wie Microsoft, IBM oder Dell geschlossen. Die große Nachfrage spiegelt sich auch im Umsatz von McAfee wider, der von 942 Millionen Dollar im Jahr 2002 auf 1,14 Milliarden im Jahr 2006 gestiegen ist.
In der gesamten Branche liegt das Wachstum zwischen 8 und 13 Prozent. "Die Entwicklung ist gekennzeichnet durch ein starkes Ansteigen von Spam-Mails, zum Beispiel in den Unternehmen, in denen die Anzahl auf fast 95 Prozent zugenommen hat. Damit verbunden ist auch ein immer höherer Bedarf an Anti-Spam-Lösungen", sagt Veronika Bliem, Sprecherin der Eleven GmbH aus Berlin, die einen Spam-Filter mit dem Namen eXpurgate vertreibt. Eleven beliefert hauptsächlich Unternehmen von 500 Mitarbeitern an aufwärts, große Internetanbieter sowie Integratoren; das sind Hersteller von Sicherheitslösungen, die die Anti-Spam-Technik in eigene Produkte einfügen.
Die Studie "Kosten und Kostentreiber von unerwünschten Werbemails" der Universität Hamburg zeigt allerdings, dass die Kosten durch solche Schädlinge gesunken sind: 2004 waren es noch 531 Euro, die ein Mitarbeiter im Jahr durch erhöhten Zeitaufwand beim Aussortieren der Spam-Mails zusätzlich gekostet hat; 2005 waren es nur noch 447 Euro. "Die Entwicklung lässt sich aber nicht so genau vorhersagen, da auf der einen Seite die technischen Möglichkeiten zur Abwehr solcher Gefahren zwar immer besser werden, allerdings auf der anderen Seite die Zahl von Spam-Mails weltweit steigt. So ist unklar, was nun letztlich stärker ist: die wachsende Zahl von Spam-Mails oder die Schutzprogramme", sagt Dominik Papies, Doktorand am Lehrstuhl für Marketing und Medienmanagement der Universität Hamburg, einer der Autoren der Studie.
Die meisten Schutzprogramme stellen einige wenige große Unternehmen her. Anbieter wie die Avira GmbH können sich gerade durch den Bekanntheitsgrad ihrer Produkte von den Mitbewerbern absetzen, sagt Rainer Witzgall von der Avira, die, ähnlich wie McAfee, eine große Bandbreite von Kunden bedient; darunter sind bekannte Unternehmen wie Haribo oder die Allianz.
Die Entwicklung eines solchen Programms ist kostspielig. Die Programmierer der Spam-Sperre von Etha haben vier Jahre allein für das Schreiben der Software benötigt. Avira veranschlagt für die Entwicklung neuer Produkte 65 Prozent ihrer gesamten Kosten. Andererseits können Privatverbraucher gratis Schutzpakete benutzen, die oft PC-Fachzeitschriften beiliegen. Die Preise für erweiterte Spamschutzpakete liegen für Privatnutzer bei etwa 50 Euro, sagt Martin Michl, Ressortleiter Software der Chip Xonio Online GmbH, die die Zeitschrift Chip herausgibt. Die Tendenz geht zu einem integrierten Schutz vor Viren und Spam mit speziellen Funktionen wie eine WLAN-optimierte Firewall, also einen für drahtlose Netzwerke konzipierten Schutz.
Alexander Fabri,
Friedrich-Koenig-Gymnasium, Würzburg 
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